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Agenturleben 2006 vs 2026: Es hat sich fast alles geändert.

  • Autorenbild: THE MOMENTUM LAB
    THE MOMENTUM LAB
  • 10. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Agentur 2006 vs Agentur 2026

Das sind meine Beobachtungen dazu, wie extrem sich Marketing in den letzten 20 Jahren verändert hat.


Ich habe bereits 2006 eine eigene Agentur geführt und Premium-Marken beim Markenaufbau begleitet.


2006 war „Agentur“ ein Ort.

2026 ist „Agentur“ eher ein Zustand.




👉 ca. 2006: Kampagnen-Ära & Produktion


2006 war einiges… sagen wir: anders.


Pitchdecks konntest du tragen wie Hanteln – 100 Seiten waren Normalzustand.

Produktion war keine Content-Fabrik, sondern ein Ereignis.

Am Ende stand EIN Motiv, und das musste sitzen.


Und Agenturen waren deutlich mehr Gatekeeper: Umsetzung, Kontakte – und dieses „wir kennen da jemanden“.


Weniger Output. Mehr Linie.


👉 ca. Agentur 2008–2014: Social/Always-on


Dann drehte sich das Spiel: Eine Marke konnte nicht mehr alle 6 Monate eine Kampagne machen und dann wieder "gefühlt schlafen".


Auf einmal: Community Management, Reaktionsgeschwindigkeit, Shitstorms (damals noch mit echtem Überraschungswert).


Die Agentur wurde: Erfinder → Übersetzer → manchmal Krisenpsychologe.


👉 ca. 2014–2018: Performance dominiert


Dann kam die Messbarkeits-Euphorie: Funnels / KPIs / Attribution / CRO


Der Denkfehler: Messbar = steuerbar.


Und so entstanden Meetings, in denen Leute mehr über CTRs als über die Idee diskutierten. Performance brachte Tempo. Der Markt ist ehrlich.


Aber auch die Versuchung, alles wie einen Hebel zu behandeln. Auch Marke.


👉 ca. 2018–2023: Fragmentierung / Maßnahmen-Buffet


Spätestens ab hier wurde es wild. Plötzlich war alles gleichzeitig wichtig.


TikTok / LinkedIn / Instagram / SEO / Ads / Retargeting / Podcast / Reels

Marketing wurde busy – aber nicht automatisch besser.


Ich habe ein Bild dazu im Kopf: Ein Team steht am Buffet und nimmt von allem etwas.

Am Ende ist der Teller voll – aber keiner weiß mehr, was eigentlich das Hauptgericht war. Und irgendwie passt das auch alles geschmacklich gar nicht mehr zusammen.


Das Problem ist selten, zu wenig zu tun - sondern vielmehr der rote Faden.


👉 seit 2023: KI wird Mainstream


Dann kam KI. Erst Staunen: Texte, Ideen, Präsentationen „in Sekunden“.

Und genau deshalb passiert folgendes: Der erste Output wird schnell zur Massenware. Qualität und Linie bleiben oft auf der Strecke.


Das, was früher „wow“ war, ist heute… Dienstag, 10:30 Uhr, zwischen zwei Calls.


Es gibt gefühlt mehr KI-Tools als Spätis in Berlin – und ungefähr gleich viele behaupten, sie „revolutionieren“ alles.


Was zählt dann noch?

  1. Urteilskraft – was ist relevant für uns?

  2. Klarheit – wofür stehen wir?

  3. Geschmack – was entspricht unserem Stil?

  4. Wirkung – Prioritäten. Linie. Entscheidungen.


👉 Was geblieben ist


Unternehmen kaufen keine Tools. Unternehmen kaufen Sicherheit: Richtung, Qualität, Wirkung.


Die Agentur ist nicht tot. Sie hat sich nur fundamental verändert.


Relevanz war selten so zugänglich – auch ohne riesige Budgets – aber Urteilskraft umso wertvoller.


Das war 2006 schon wichtig. 2026 ist es überlebenswichtig.



Author: Max Nicolas Dallmann / Founder & Strategic Marketing Consultant

 
 
 

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